Erklärte Zielsetzung der hessischen Dorfentwicklung ist die Lenkung der Investitionen in die Ortskerne. Daher sind grundsätzlich nur (private) Investitionen in den ausgewiesenen Fördergebieten der Ortskerne förderfähig. Kommunale und private Vorhaben der Dorfentwicklung werden auf Grundlage des IKEKs sowie nach den Vorgaben der Broschüre „Bauen im ländlichen Raum“ umgesetzt.

Die Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der ländlichen Entwicklung sieht für private Vorhaben eine Förderung nur in den abgegrenzten Fördergebieten und bei Einzel-Kulturdenkmälern vor. Kommunale Vorhaben sind im Kosten-, Finanzierungs- und Maßnahmenplan des IKEKs festgelegt.

Fördermöglichkeiten für kommunale Vorhaben

  • Planungen (Dorfentwicklungsplanungen, Dienstleistungen, Beratungen): Planung und Beratung durch eine/n Architekten/in bei Bauvorhaben an Gebäuden und Freiflächen
  • Basisinfrastruktur und Grundversorgung: Funktionale Verbesserung der Grundversorgung und der Infrastruktur sowie Investitionen in die Schaffung von Einrichtungen der Basisinfrastruktur und Grundversorgung
  • Lokale Kleinvorhaben: Schaffung und Verbesserung von lokalen Infrastrukturen, Freiflächen sowie die Bewahrung des kulturellen Erbes (Ortsbild)
  • Städtebaulich verträglicher Rückbau: Abriss nicht mehr sanierungs- oder umnutzungsfähiger Gebäude, Entsiegelung von Flächen, Gutachten erforderlich
  • Strategische Sanierungsbereiche: Kooperationsprojekte zwischen Kommunen und privaten Trägern in definierten Problembereichen

Fördermöglichkeiten für privaten Vorhaben

Beispielhafte Aufzählungen von förderfähigen Maßnahmen
Umbau, Sanierung, Neubau, Erweiterung, Erhaltung und Gestaltung von Gebäuden auf der Grundlage ortstypischer Bauweise z. B.

  • Umnutzung leerstehender Scheunen oder Nebengebäude
  • Umfassende energetische Sanierungsarbeiten
  • Maßnahmen zur Anpassung an zeit- und nutzergerechte Wohnstandards (seniorengerechtes Wohnen usw.)
  • Erneuerung von Dachstühlen und Dacheindeckungen
  • Fassadensanierung (auch an Massivbauten)
  • Fachwerksanierung
  • Erneuerung von Fenstern und Haustüren
  • Um- und Anbauten zur Wohnraumerweiterung
  • Städtebaulich verträglicher Rückbau/Abriss
  • Neubau oder Ersatzbau von Gebäuden in ortstypischer Bauweise

Grundsätze der Förderung

  • Förderung von privaten Maßnahmen innerhalb der festgelegten Fördergebiete in den Ortskernen
  • Fördergebiet umfasst die Bebauung bis 1950, an der die historische Bausubstanz noch ablesbar ist
  • Außerhalb der Fördergebiete liegende Einzel-Kulturdenkmäler können ebenfalls gefördert werden
  • Förderantrag ist nach Fertigstellung und Abnahme des IKEKs (voraussichtlich Sommer 2023) beim Schwalm-Eder-Kreis, Fachbereich Wirtschaftsförderung, Arbeitsgruppe Dorf- und Regionalentwicklung zu stellen
  • Maßnahme darf nicht vor Erhalt eines schriftlichen Zuwendungsbescheides begonnen werden (gilt auch für die Erteilung von Aufträgen und Materialeinkauf bei Eigenleistung)
  • Kein Rechtsanspruch auf Förderung
  • Achtung: Antragstellung für Einzel-Kulturdenkmäler jetzt schon möglich. Auskünfte hierzu erteilt Ihnen Frau Roth vom Schwalm-Eder-Kreis (Tel. 05681/775-479, E-Mail: angelika.roth@schwalm-eder-kreis.de)

Förderkonditionen

  • Förderquote beträgt 35% der Nettokosten
  • Maximale Zuwendungen: 45.000 € pro Objekt und 60.000 € für Einzel-Kulturdenkmäler
  • Wirtschaftsgebäude (z. B. Scheunen) können beim Ausbau zu ein bis drei Wohnungen mit max. 200.000 € gefördert werden
  • Mindestinvestitionssumme beträgt 10.000 € netto
  • Vorgaben der Broschüre „Bauen im ländlichen Raum“ sind einzuhalten
  • Vorgaben im IKEK sind zu beachten

Die Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der ländlichen Entwicklung wird Anfang 2023 neu gefasst. Alle hier beschriebenen Förderkonditionen beziehen sich auf die noch bis zum 31.12.2022 gültige Richtlinie. Änderungen sind somit möglich und werden hier eingefügt, sobald die neue Richtlinie veröffentlicht wurde.

Eckpunkte und Änderung der Richtlinie ab 2023 hier herunterladen.

Ablauf des Förderverfahrens

  1. Planung: Ortstermin und kostenlose Beratung zu baufachlichen und fördertechnischen Fragen zwischen dem von der Stadt Neukirchen beauftragten Beratungsbüro und den Eigentümern/Antragstellenden
  2. Antragstellung: Förderantrag mit Kostenangeboten, ggf. weitere Unterlagen (Bauantrag etc.) bei dem Schwalm-Eder-Kreis
  3. Bewilligung: Auftragsvergabe nach Erhalt des Zuwendungsbescheides
  4. Durchführung: Vergabe der Aufträge und Ausführungen der bewilligten Maßnahme
  5. Beantragung des Zuschusses und Auszahlung: Einreichung der bezahlten Rechnungen und weiteren Unterlagen bei dem Schwalm-Eder-Kreis, Auszahlung der Zuwendung nach Prüfung